Die Gründerzeit

Gründung
Die Gründungsdokumente stammen aus dem Jahre 1922. Es ist bekannt, dass vor dieser Zeit schon eine Interessengemeinschaft, die vom Schiesssport begeistert war, bestand.
Im Jahre 1923 trat der Verein dem Bezirksschützenverband Affoltern und am 23. Mai 1931 dem Schweizerischen Revolver- und Pistolenschützenverband bei.

Vereinseintritt
Zu Gründerzeiten war es üblich, dass Personen die sich als Vereinsmitglieder bewarben, ihre Mitgliedschaft mit Zeigerdiensten und Hülsensammeln abverdienen mussten. Es benötigte Gehorsam, Fleiss und manchmal auch einen Götti zur Überzeugung des Vorstandes für die Aufnahme in den Verein.

Schiessanlagen
Am 16. März 1931 unterzeichnete der Pistolen- und Revolverschiessverein mit dem Flobertschiessverein Oberamt, einen Vertrag. Darin regelten sie die Erstellung eines Schiessstandes hinter dem Restaurant Wiesental. Der Kugelfang befand sich gegen den Wald. Schon kurze Zeit später genügte diese Anlage den Bedürfnissen nicht mehr.

Mit dem Vertrag vom 17. Januar 1933 bewilligte Herbert Rychener die Erstellung eines Schützenhauses mit Kugelfang auf seinem Land an der Strasse Richtung Kappel.

Im Laufe des Frühjahrs 1933 konnte die neue Anlage an der Zugerstrasse in Betrieb genommen werden. Im Inneren des Schützenhauses befanden sich ein Büroabteil mit Munitions- und Standblattausgabetheke und 6 Standplätze mit Warnerpulte.

Im Scheibengraben beim Kugelfang befanden sich 6 an der Wand montierte Wechselscheiben, wie sie bei den 300m Anlagen üblich waren. Gezeigt wurde mit Zeigerkellen, je nach geschossenem Punkt, bei der 5er Wertung, die entsprechende Kellenfarbe oder bei der 10er Wertung auf die entsprechende Scheibenecke.

„Scheibenzeigen“ musst abwechslungsweise von Vereinsmitgliedern ausgeführt werden. Da konnte es schon mal vorkommen, dass bei zu langsamem Zeigen, der nächste Schuss die Kelle durchlöcherte. Schusslöcher in den Scheiben mussten mit Papierstücken und Fischkleister bedeckt werden. Als Kommunikationsmittel zwischen Schützenhaus und Zeigergraben diente ein Kurbeltelefon.

Am 27. Mai 1950, als Folge der Landübergabe von Herbert Rychener auf Robert Weber, konnte die Dienstbarkeit auf den neuen Besitzer übertragen werden. Gleichzeitig wurde im Vertrag festgehalten, dass Herbert Rychener auf Lebzeiten die Schiessanlage jederzeit gratis benutzen könne.

Waffen
Als Waffen standen damals zur Hauptsache Armeetrommelrevolver und die schon etwas moderneren Parabellumpistolen zur Verfügung. Präzise Kurzwaffen waren Mangelware. Sie wurden zur Hauptsache von den Armeeeliten getragen. In unserer Gegend gab es dank Bauernstand viele Kavalleristen und dessen Offiziere die Kurzwaffen trugen. Pistolen und Revolver konnten im freien Handel ohne jegliche amtlichen Hindernisse beschafft werden, sofern die finanziellen Mittel zur Verfügung standen.

Geschichten/Erzählungen
Nach Erzählungen von alten Schützenkameraden besuchte man damals Schiessanlässe zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Einzelne wichtige Anlässe besuchte man gemeinsam mit dem Pferdewagen.

An das traditionelle Morgartenschiessen marschierte man am Vortag, übernachtete irgendwo, manchmal auch auf Bauernhöfen und am nächsten Tag, nach mehr oder weniger erfolgreicher Schiesspflicht, marschierte man nach vielen besuchten Restaurants, wieder zurück nach Hausen.
Es soll sogar vorgekommen sein, dass einzelne Schützen am darauf folgenden Tag nochmals unterwegs waren um ihre liegengelassenen Gegenstände einzusammeln.

Nach Aufzeichnungen in alten Protokollen, vorhandenen Pokalen und Diplomen, waren die Schützen des Pistolen- u. Revolverschiessvereins Hausen am Albis schon zu Gründungszeiten sehr erfolgreich. Sie erreichten in ihrer Kategorie viele erste Ränge auch an grossen Anlässen.

© 2014 Josef Pfiffner

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